In Thailand isst man sehr gut und scharf! Die fünf Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer, bitter und umami werden hier in Vollendung ausgekostet. Thailand ist ohne Zweifel ein kulinarisches Schlaraffenland. Allerdings isst man nicht nur scharf, sondern auch gerne Desserts oder mal was Süßes zwischendurch.

Das nennt man Khanom, manchmal auch Kanom geschrieben. Die große Auswahl an Desserts macht es schwierig, sich für eines zu entscheiden. Sie können ja beim nächsten Urlaub in Thailand täglich ein neues Dessert ausprobieren und dann selbst entscheiden, welches Ihr Favorit ist.

Thailändische Desserts sind meistens kunterbunt, sehr süß und werden kalt serviert. Die Zutaten bestehen meistens aus Kokosnuss, Milch, Reismehl, Palmzucker und Eier.

Aber lassen Sie sich überraschen. Es gibt auch Desserts, die gar nicht so süß schmecken wie sie aussehen und eins wird sogar warm gegessen.

Hier die Top 11 meiner persönlichen Kanoms:

1. Khao Niao Mamuang (Klebreis mit Mango)

Sticky Reis mit Mango

Es ist das bekannteste, beliebteste und unwiderstehlichste Thai-Dessert. Frische Mangos in Scheiben geschnitten mit lauwarmen Klebreis und Kokosmilch serviert. Klebreis wird nicht gekocht, sondern gedämpft. In Thailand wird Klebreis übrigens nicht nur für Süßspeisen verwendet. Man lässt zunächst den Klebreis 3 Stunden in kaltem Wasser quellen, danach wird er 30 Minuten gedämpft.

2. Luk Chup

Luk Chup (Thai-Dessert)

Diese Süßigkeiten sehen besonders bunt und hübsch aus. Wenn Ihnen bei einem Besuch der vielen Nachtmärkte (Talad) in Thailand, kleine durschsichtige Boxen mit Früchten und Gemüse als Konfekt in Miniaturform auffallen, dann sind es Luk Chup. In früheren Zeiten wurde dieses Dessert nur für Königliche Familien hergestellt. Heute findet man es in Geschäften und auf Märkten.

Ursprünglich stammt diese Köstlichkeit aus Portugal. Die Portugiesen verwendeten Mandeln als Hauptzutat. Da es in Thailand keine Mandeln gab, wurde es durch Mungobohnen ersetzt. Mungobohnenpaste wird gesüsst und fein zerkleinert, in hübsche Formen wie kleine Mangos, Chili oder Orangen modeliert und glasiert. Mungobohnen stammen ursprünglich aus Indien, werden in ganz Asien verwendet. Ihr Eigengeschmack ist mild. Mungobohnen sind leicht bekömmlich, verursachen keine Blähungen und haben einen sehr hohen Eiweissanteil, sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. Sie gelten zudem als cholesterinsenkend.

Luk Chup sind nicht nur exotisch, sondern auch gesund. Naja! Die Haupt-Zutat auf jeden Fall.

Das Besondere: Luk Chup ist gar nicht so süß wie es aussieht!

3. Itim Katthi (Kokosnusseis)

Thailändisches Kokosnuss-Eis

Als kleine Erfrischung für Zwischendurch schmeckt ein Eis immer! Viele Anbieter in Thailand bieten verschiedene Toppings dazu. Die beliebteste Zutat in Thailand ist Klebreis und eingelegte Ananas. Manche Händler bieten auch Erdnüsse, Zuckermais, Sirup und Plamfrucht an.

4. Khanom Bueang (Thai Crepes)

Thai Crepes

Ein traditioneller Snack, dessen Geschichte bis in die Ayutthaya Vergangenheit zurückzuverfolgen ist. Dieses Dessert ist im Englischen auch als „Crispy Pancake“ bekannt. Sehr beliebt und überall als Street Food zu finden. Die Crepes sehen ein bisschen wie kleine Tacos aus. Sie werden zunächst mit Baiser gefüllt, dann mit süßem oder salzigem Topping verfeinert, z. B. mit klein gehäckselter Kokosnuss oder gehackten Frühlingszwiebeln.

5. Khanom Babin (Kokosnuss-Kuchen)

Thaiändischer Kokusnuss Kuchen

Auch dieses Thai Dessert stammt ursprünglich aus Ayutthaya. Heutzutage ist Kanom Babin unter der jüngeren Generation nicht mehr wirklich bekannt, weil selten auf den Märkten oder als Street Food zu finden. Leider gibt es nur noch wenige Anbieter. Verwendet werden frische Kokosnüsse, Kokosmilch, Zucker, Eier und Reismehl. Die Zutaten vesprechen eine köstliche Leckerei für Zwischendurch. Diese Köstlichkeit sieht nicht wie ein Stück Kuchen aus wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Vielmehr sind es kleine „Kuchenfetzen“, ähnlich dem Kaiserschmarren.

6. Bua Loi (Reiskügelchen in warmer Kokosmilch)

Bua Loi

Bua beudeutet Lotus und Loi soviel wie schwebend oder schwimmend. Auf Deutsch könnte man also wörtlich übersetzt von „Schwebendem oder schwimmendem Lotus“ sprechen.

Tatsächlich wird in der deutschen Sprache Bua Loi nicht ganz so blumig übersetzt. Man spricht eher von Reiskugeln in warmer Kokosmilch. Es hat ja schließlich nicht wirklich etwas mit der Blume zu tun.

Bua Loi wird aus Reismehl hergestellt und zu kleinen Kügelchen geformt. Mit Zugabe von Lebensmittelfarben kann man die Kügelchen in verschiedenen Farben vorbereiten. Dann wird das Ganze in Kokosnussmilch und Zucker aufgekocht.

Das Besondere: Dieser Gaumenschmaus wird in kleinen Schalen oder einer Tasse warm serviert. Diesen Nachtisch habe ich schon einmal mit einer thailändisches Freundin selbst zubereitet. Das Formen der kleinen Kügelchen verlangt schon etwas Geduld und Fingerfertigkeit, war aber auch ein großer Spaß. Die gemeinsame Verkostung danach himmlisch.

7. Tab Tim Grob (Rote Rubine in Kokusnussmilch)

Tab Tim Grob

Dieses Dessert gehört in Thailand zu den bekanntesten und beliebtesten Desserts. Es ist erfrischend, süß und exotisch. Von CNN Travel wurde es als eines der 50 besten Desserts der Welt ausgezeichnet. Es wird hauptsächlich aus Wasserkastanien , die in einem roten Granatapfel-Sirup getränkt werden und Kokosnussmilch zubereitet und auf gehäkseltem Eis serviert.

Tab Tim bedeutet auf Thai „Rubin“ und Grob bedeutet „knackig“.

Wegen der Optik wird Tab Tim Grob oft auch als Granatapfel-Dessert oder rote Rubine bezeichnet. Falls Sie dieses Thai Dessert noch nicht kennen, würde ich dringend empfehlen es zu probieren. Knusprig, nussig, cremig, serviert auf zerstossenem Eis. Einfach köstlich.

In Dessertshops kann man meistens drei Extra Zutaten mitauswählen. Das Angebot der Toppings ist riesig. Eingelegter Kürbis, Tarot (hier ist nicht das Kartenspiel gemeint sondern die Wasserbrotwurzel), eingelegte Bananen, Erdbeeren und Ananas, Jelly in verschiedenen Farben, schwarzer und grüner Klebreis, Lotuspflaume, gelatierte Kerne der Palmfrucht und Jujube (Brustbeere oder Rote Dattel genannt). Die meisten dieser Früchte kennt man in Europa gar nicht -leider!

Ich mag dieses Dessert am Allerliebsten. Es ist für unseren Gaumen äußerst fremdartig im positiven Sinne und ungewöhnlich belebend.

8. Itim Tood (Frittiertes Eis)

Frittiertes Eis

Eine panierte Kugel Eis, die kurz in heißem Öl frittiert wird. Das Eis bleibt kalt, bekommt aber eine warme, knusprige Hülle. Dazu Topping nach Wahl. Da läuft einem schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen…

Es gibt widersprüchliche Meinungen woher dieses Dessert eigentlich stammt. Angeblich soll es auf der Weltausstellung 1893 in Chicago zum ersten Mal serviert worden sein. Ein Unternehmen aus Philadelphia soll es 1894 ausgedacht haben. Ein japanisches Restaurant soll es angeblich in den 60er Jahren erfunden haben.

In USA bringt man dieses Dessert vor allem mit der Asiatischen Küche in Verbindung. Ich habe es zum ersten Mal in Phuket bei einer Street Food Händlerin probiert und war hingerissen.

9. Roti (Fladenbrot)

Roti Dessert Thailand

Ein weiterer beliebter Snack ist Roti. Vor allem im Süden Thailands gibt es viele muslimische Händler, die Roti in vielen Variationen auf den Märkten oder in eigenen Shops anbieten. Schon das Zuschauen macht Freude. Der Teig wird dick mit Butter bestrichen, bevor er auf den Grill gelegt wird. Beläge und Füllungen kann man wählen. Nutella, Ovomaltine, Banane, Schokolade. Im Süden des Landes gibt es Roti Shops an jeder Ecke, manche von Michelin empfohlen. Lassen Sie sich überraschen. Roti ist nicht einfach nur ein Fladenbrot. Der Fantasie der Händler sind keine Grenzen gesetzt. So bekommt man Roti in Schlangenform oder als Vulkan in süßer Variante, aber auch pikant mit Hähnchen-Curry oder Käsefüllung.

10. Khao Lam (Kokos-Klebreis in Bambusröhrchen)

Khao Lam

Ein einzigartiges Dessert, das aus süßem, weißen oder rotem Klebreis besteht. Die ursprüngliche Version enthielt nur Reis mit Wasser und Salz. Heutzutage findet man weitaus geschmackvollere Interpretationen, z.B. werden Zutaten wie Kokosraspeln, Zucker, Kokosmilch, rote Bohnen, Durian, Mais oder Taro (Wasserbrotwurzel) hinzugegeben.

Der Reis wird mit den gewünschten Zutaten vermischt und in speziell vorbereitete Bambusstäbchen gelegt. Bei den beliebten Varianten mit den oben genannten Zutaten werden diese in die Mitte der Rolle gesteckt. Dann wird Kokosmilch auf den Reis gegeben und die Bambussticks werden versiegelt. Das Ganze wird auf eine Konstruktion über heißen Kohlen platziert. Dieser ungewöhniche und langsame Kochprozess, verwandelt den Reis in eine süße Gaumenfreude. Erinnert im weiteren Sinne etwas an unseren Pudding und Milchreis.

Khao Lam ist eine sättigende Nascherei, die normalerweise von Straßenhändlern auf Märkten verkauft wird. Obwohl es sich um einen original thailändischen Snack handelt, findet man Khao Lam auch in Laos und Kambodscha.

11. Foi Thong (Engelshaar oder Goldene Strähnen)

Engelshaar (Foi Thong)

Diese Eier-Süßspeise stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde von portugiesischen Mönchen erfunden und wird hauptsächlich aus Eidottern hergestellt.  Später gelangte es durch portugiesische Entdecker nach Thailand und Japan. In der damaligen Zeit wurde in den Klöstern Wäsche per Hand gewaschen. Zum Stärken der Kleidung benutzte man Ei-Klar. Doch wohin mit dem massiven Überschuss von Eigelb?

Für die Herstellung von Foi Thong benötigt man Eigelb und Eiweiß im Verhältnis 12:1. Das Ganz wird verrührt und durch ein Sieb passiert und in einen siedenden Zuckersirup gegossen. In Thailand wird der heiße Sirup mit Rosenwasser oder Jasmin-Essenz aromatisiert.

Fazit

Die Schreibweise der jeweiligen Nachspeisen auf deutsch variiert, da in unserem lateinischen Alphabet die Übesetzung nicht offiziell festgelegt ist.

Es ist gibt noch sehr, sehr viele andere Thai Desserts, die ich mit der Zeit sicher noch probiere und Ihnen davon berichten werde. Die oben Genannten wurden alle von mir persönlich mit dem allergrößten Genuß verzehrt und für extrem lecker bewertet.