Wer schon einmal in Thailand war, wird diesem Satz öfters begegnet sein.

„Mei pen rei“, ein kulturelles Symbol.

Es ist eine Tatsache, dass dies einer der am bekanntesten und am häufigsten verwendete Formulierung ist. Man hört es besonders in Situationen wenn etwas schief geht, Geduld und Gelassenheit gefragt ist oder etwas außer Kontrolle zu geraten droht.

Diese Aussage steht für thailändische Lebensart! Haltung wahren, sein Gesicht sowie Mut und Hoffnung nie verlieren, dem Gegenüber keinen Stress bereiten sind wichtige Kriterien im Leben eines Thailänder.

Es gibt viele verschiedene Übersetzungen, die für Verwirrung sorgen. Oberflächlich betrachtet bedeutet „Mai pen rei“ soviel wie „Es ist nichts, keine Sorge, es ist ok, mach dir nichts draus“. Es kann aber auch als ein Bitteschön, nach einem Danke verwendet werden.

Ein „ist ok“ ist nicht immer die treffende Übersetzung und kann mehrfache Bedeutung haben. Einem Ausländer die feinen Unterschiede zu erklären ist eine grosse Herausforderung.

Die verschiedenen Bedeutungen versuche ich anhand einer Pizza zu erläutern:

Frage: „Magst du das letzte Stück Pizza haben?“ Ich denke: „Ja, würde ich gern, antworte aber mit „Mai pen rei“. Dies nennt man eine typische Nein Danke Situation, aber eigenlich würde ich doch gern ein zweites Stück Pizza essen.

Wenn nun Thailänder sich in so einer Situation befinden und gerne bejahend antworten, benutzen sie „Mai pen rei“.  Damit sollen dem Gastgeber keine Mühe und Umstände gemacht werden, selbst dann nicht wenn sich die Option auf ein weiteres Stück der köstlichen Pizza bietet.

„Alles ist gut Bedeutung“

Auf die Frage „Sollen wir deinen Lieblingsbelag für die Pizza bestellen“, folgt oft „Mai pen rei“. Es soll hier sinngemäss bedeuten „alles ist gut“. Die Person, die gefragt wird, hat die Auswahl, möchte aber das der andere bestimmt. Thailänder mögen nicht wählerisch erscheinen, sie sind mit allem zufrieden und arrangieren sich mit jedem Pizzabelag.

„Mach dir keine Sorgen Bedeutung“

Nehmen wir an, jemandem fällt das letzte Stück Pizza auf den Boden. Ein Thailänder würde diese Tatsache mit „Mei pen rei“ kommentieren, ein lässige Form von „mach dir darüber keine Sorgen“. Dies zeigt eine sorglose Haltung. Man braucht sich nicht über Kleinkram ärgern. Die Pizza liegt auf dem Boden, man kann nichts mehr daran ändern.

„Die Bitteschön Variante“

„Hier ist dein Stück Pizza“ – „Dankeschön“ – „Bitteschön“

Wenn du dich bei einem Thailänder für etwas bedankst, ist „mein pen rei“ als Antwort sehr wahrscheinlich. Ein Zeichen von Wertschätzung dem anderen gegenüber. Bei uns im Sinne von „nicht der Rede wert“ bekannt.

„Nein Danke Variante“

Frage „Möchtest du das letzte Stück Pizza?“ Ich denke, ich mag nicht und sage „Mei pen rei“ statt einem hartem nein. Es ist die höflichere und mildere Art „nein danke“ zu sagen. Ein simples nein ist für den Thailänder ungezogen und rüpelhaft. Gefühle des Anderen dürfen mit einem harten „nein“ nicht verletzt werden.

Was denken Farangs über „Mei pen rei“?

„Mei pen rei“ vermittelt Freundlichkeit, Uneigennützigkeit und Anteilnahme. Leider wird dies von Farangs, so nennt man Ausländer mit weisser Hautfarbe, die in Thailand leben, oft missverstanden. Manche Farangs denken „Mei pen rei“ steht nur für „lass gut sein“ oder es bedeute gar nichts. Sie begreifen „Mei pen rei“ nur als Einleitung zum Small Talk oder um eine oberflächliche Konversation in Gang zu bringen. Es dauert eine Weile bis ein Farang herausfindet, was der Thailänder mit dem Satz „Mei pen rei“ schlussendlich aussagen möchte.

Allen Verwirrungen zum Trotz, „Mei pen rei“ steht für die Zuvorkommenheit, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit der Thailänder und ist charakteristisch für die lockere, entspannte Haltung.

Basierend auf jahrhundertelanger Hierarchien gibt es 5  Sprachebenen sowie 5 verschiedene Töne. Das Erlernen der Sprache gestaltet sich etwas schwierig, da die Aussprache in unterschiedlichen Tonhöhen unterschiedliche Bedeutung hat. Immerhin entfallen Artikel, Konjugation und Deklination.

Es ist immer ein Ausdruck von Höflichkeit ein paar Worte zu lernen. Es erleichtert den Zugang zu den Menschen und dient dem besseren Verständnis der Kultur. Nebenbei spart man Geld, denn wer auf thailändisch nach dem Preis fragt, wird nicht übers Ohr gehauen.