Viele Europäer denken ans Auswandern.

Thailand fasziniert durch beständiges warmes Klima, traumhafte Strände, Meer und freundliche Menschen und die niedrigen Lebenshaltungskosten.

An der Kasetsart Universität in Bangkok, fand unter der Leitung von Prof. Rachawit Photiyarach eine Tagung über interkulturelle Kommunikation statt. Hier bekamen Auswanderer die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen und Ängste im thailändischen Alltag und der thailändischen Kultur zu berichten.

„Thailändische Menschen, sind die freundlichsten der Welt, aber warum wollen sie einen immer abzocken“?

So lautete der Grundton der Veranstaltung.

Diese verwirrende Feststellung bekräftigt die emotionale Reaktion über den Verlust der eigenen Kultur und den Missverständnissen der neuen. Gefühle wie Hilflosigkeit, Unverständnis und eine generelle Irritation machen sich breit. Diese Erfahrung muss nicht negativ bewertet werden, es kann die Grundlage für eigenes Wachstum und Reife bilden.

Doch wollen wir die gewonnenen Informationen der Tagung einmal aufschlüsseln und den verschiedenen Phasen besonderes Augenmerk schenken.

Hier die 5 Kulturschock-Phasen:

  1. Die Flitterwochen-Phase

Europäer, die ihre Hochzeitsreise in Thailand verbringen, reisen naturgemäss mit rosaroter Brille und wünschen sich, für immer hier leben zu können. Sie verlieben sich in das Kabelgewirr der elektrischen Leitungen, in die Tuk Tuk´s, die sich rasant durch den dichten Verkehr schlängeln und die kulinarischen Köstlichkeiten der Strassen-Garküchen. Es scheint das perfekte Leben, Thailand das gelobte Land.

2. Die Sorgen-Phase

Sie sind tatsächlich ausgewandert, haben ihr neues Zuhause in Thailand bezogen. Der anfängliche Glanz ist verblasst und kleinere Probleme machen sich breit. Man kann sie einigermaßen ignorieren, aber sie werden größer und man fühlt sich uneins mit der neuen Wahlheimat und den Einheimischen. Fragen wie: „Warum sagen Thailänder nicht wie sie sich fühlen, warum ist jedes Essen scharf und warum hat Mai pen rai so viele Bedeutungen“ bleiben unbeantwortet; vorerst!

3. Die Wut-Phase

Auswanderer in Phase 3 hinterfragen alles, sind leicht reizbar und werden zornig. Leider verharren viele in dieser Phase und entwickeln sich nicht weiter. Sie beanstanden die ungenügenden Englischkenntnisse der Thailänder, ihre Unwissenheit gegenüber der westlichen Welt. Es wird reichlich gemeckert und gejammert. Thailändische Frauen seien nur hinter ihrem Geld her, alle wollen mich übers Ohr hauen und zudem gibts viel zu viele Thailänder. Der Zustand in Phase 3 ist an Unsinnigkeit kaum zu toppen.

4. Die Selbstbestimmungs-Phase

In dieser Phase beginnen Auswanderer die kulturellen Unterschiede zwischen ihrem Herkunftsland und Thailand zu akzeptieren. Sie fühlen sich im Reinen, auch wenn sie nicht mit allen Dingen einverstanden sind, die Akzeptanz wird größer. Erfreulicherweise hört man nun Sätze wie „Ich möchte mehr über die thailändische Kultur lernen, wo kann ich das tun“, „Es ist hilfreich die Unterschiede zu lernen und zu vergleichen, denn je größer die Unterschiede desto spannender ist es“.

5. Die Anpassungs-Phase

Schon in Phase 4 beginnt der Auswanderer, die thailändische Sprache zu lernen, schliesst Freundschaften mit Einheimischen (keine Barmädchen, die für Geld mit ihm abhängen). Er fühlt sich im neuen Land genauso Zuhause wie in seinem Herkunftsland. Je mehr man die fremde Kultur und Sprache versteht,  je verständnisvoller und angemessener begegnet er seiner Wahlheimat und kann dennoch seine eigenen Werte behalten. Es wird immer Unterschiede geben. Offenheit, die neue Kultur zu erlernen und zu verstehen, ohne die eigene zu vergessen ist der Schlüssel der kulturellen Identität.

Dies gilt übrigens nicht nur für Thailand.